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Ergänzende Texte zu Rahners Lehrveranstaltungen: Maréchal

Es ist bekannt, dass Rahner Josef Maréchals Bücher Der Ausgangspunkt der Metaphysik Heft I bis V gekannt hat. Deshalb habe ich zunächst die französischen Versionen dieser Bücher hier zugänglich gemacht und ebenso den 2.Band der Études sur la psychologie des mystiques. Diese ist eigentlich eine Fallstudie zum Seminar über das Geheimnis, da man darin Beispiele findet zu Kapitel 3.1 (Der Mensch als Wesen des Geheimnisses) z.B. über Plotin und andere nicht-christliche Mystiker und zu Kapitel 3.2 (Gnade als subjektive Ermöglichung des Vernehmens des Geheimnisses) die eigentlichen Christlichen Mystiker. Man kann daraus entnehmen, dass das Seminar über das Geheimnis eigentlich eine Vervollständigung der Études sur la psychologie des mystiques darstellt und die Mystik in die Erkenntnis Metaphysik von Thomas einordnet, wie sie im Band V der Bände "Der Ausgangspunkt der Metaphhysik" dargestellt ist. Um diese wichtigen Zusammenhänge auch Lesern zugänglich zu machen, die kein Französich verstehen, habe ich begonnen, die Bücher Maréchals ins Deutsche zu übersetzen. Bis jetzt habe ich Band I, Von der Antike bis zum Mittelalter, Band III, Die Kritik Kants schon vollständig übersetzt und Band V Der Thomismus vor der kritischen Philosophie angefangen zu übersetzen. Dabei ist der Band I zweispaltig, links französich, rechts deutsch, weil der Originaltext viele griechische und lateinische Zitate enthält, die ich in der deutschen Spalte ins Deutsche übersetzt habe. Ähnlich im Band V mit lateinischen Texten zitiert aus Thomas. In diesem Fall habe ich nur die lateinischen Zitate zweispaltig gemacht. Beim Band III habe ich den Originaltext von Kant mit den entsprechenden Zitaten verlinkt, sodass man jeweilt nachlesen kann, was Kant selbst geschrieben hat. Man kann so alle drei Bänder der Kritiken Kants (Kritik der reinen Vernunft, Kritik der praktischen Vernunft, Kritik der Urteilskraft) unter Anleitung von Maréchal im Original lesen. Auch im Seminar über Natur und Gnade kann man viele Bezüge zu Maréchal finden, z.B. dass die existentielle Bedeutung einer Wahrheit im gleichen Maße wächst wie die Apriorität. Man versteht Rahner viel besser, wenn man weiß, was Maréchal geschrieben hat, auch und gerade weil Rahner sich nicht ausdrücklich auf Maréchal bezieht. Auch der Begriff der impliziten Erkenntnis wird von Maréchal sehr intensiv verwendet und entwickelt. Bei manchen Begriffen wird durch Rahners Darstellung auch Maréchal leichter verständlich, z.B. der Begriff intentional oder des Woraufhin. Bei Maréchal ist das Woraufhin ein Begriff, der mit Finalität zu tun hat, bei Rahner zunächst nicht, da ist er zunächst nur ein Ersatz für Gegenstand, wenn man einschlißen will, dass dieses Objekt nicht unbedingt das Erkannte vom Erkennenden absetzt und es ihm gegenübersetzt. Auch die Wichtigkeit des Identitätssatzes für den Beweis der Realexistenz ist bei Maréchal sehr klar entwickelt und ebenso die implizite Erkenntnis Gottes in jeder Erkenntnis, was Rahner mit unthematischer Erkenntnis bezeichnet, wird bei Maréchal sehr ausführlich entwickelt, allerdings in vielen über das ganze Werk verteilten Entwicklungen.. Die Übersetzung von Band V wird weitergeführt, danach möchte ich den Ban über die Mystiker und dann Band II und Band IV übersetzen.

Eingetragen am: 21.04.2014
Geschrieben von: Otto Schärpf
Weitere Texte aus Rahners Lehrveranstaltungen
Eine sehr interessante Sammlung von Texten sind die Mitschriften aus dem theologischen Kolloquium, die Themen aller Art behandeln z.B. über Mysterientheologie von Odo Casel oder die Beantwortung einer Anfrage zu Wundern außerhalb der katholischen Kirche, eine Art Einführung in den Begriff des Wunders, aber auch zu sehr vielen anderen interessanten Fragen, die im theologischen Kolloquium von Zuhörern gestellt wurden. Im Vorwort des lateinischen Codex über die Gnadenlehre erwähnt Rahner, dass er bei Abfassung dieses Codex die Vorlesung von H.Lange über die Gnade benützt habe. Damit man sehen kann, was das bedeutet, habe ich auch den vollständigen Text der Vorlesung von H.Lange zugänglich gemacht. Im Seminar über das Geheimnis habe ich jetzt die vielen lateinischen Texte aus dem Denzinger am Anfang des Seminars ausführlich wiedergegeben und mit einer Übersetzung versehen, sodass man jetzt diesen Text auch ohne Lateinkenntnisse von Anfang an lesen kann. Das zeigt sehr schön, wie es Rahner gelingt, diese Texte des kirchlichen Lehramts aus verschiedenen Zeiten durch eine übergeordnete Zusammenschau organisch zusammenzufügen, sodass auch scheinbar kleine Nebensächlichkeiten in ihrer Bedeutung klar werden.
Eingetragen am: 08.01.2012
Geschrieben von: Otto Schärpf
Weitere Vorlesungsmitschriften bei Karl Rahner
Sie finden jetzt auf dieser Seite weitere Vorlesungs- Mitschriften, nämlich die Vorlesung über die Schöpfung}, die jetzt auch die Vorlesung über den Urstand enthält (De Deo creante et elevante). Auch die Vorlesung über die Buße (De poenitentia) mit einer Einführung in die relevanten biblischen Texte und einer guten kurzen Zusammenfassung der Bußgeschichte. Ebenso finden Sie die Vorlesung über die Gnadenlehre (De gratia Christ). Alle diese Texte sind nicht als Übersetzungen der lateinischen Codices zu verstehen, sondern sind der Wortlaut der tatsächlich von Rahner gehaltenen Vorlesung, wobei die lateinisch gehaltenen Teile zweispaltig zugänglich sind. Rahner setzte bei seiner Vorlesung voraus, dass man das, was im Codex steht, selbst lesen kann und niemand braucht, der einem das vorliest, wie einige Reaktionen auf diese Texte im Internet vorauszusetzen scheinen. Diese Texte gehen in vielen Dingen weit über das hinaus, was im lateinischen Codex geschrieben ist. Rahner hat auf diese Weise neue Gedanken, die ihm inzwischen gekommen sind, sozusagen als Ergänzung hinzugefügt.
Eingetragen am: 08.01.2012
Geschrieben von: Otto Schärpf
Seminarmitschriften über Natur und Gnade und über die Ungläubigen
Zwei weitere Seminarmitschriften, nämlich vom Seminar über Natur und Gnade vom Jahre 1956/57 und vom Seminar über die Ungläubigen aus dem Jahre 1958/59 habe ich inzwischen zugänglich gemacht. Sie enthalten beide in konzentrierter Form wesentliches Gedankengut für das Rahnersche Denken z.B. eine existentialontologische Herleitung des Begriffs des Existentials, wie Rahner diesen Begriff von da an immer wieder verwendet und als bekannt voraussetzt (im Seminar Natur und Gnade) und eine existentialontologische Herleitung des Begriffs des impliziten Wissens, eine Art Wissenschaftstheorie, die ich auch anwenden kann auf die 8 Gebiete der Physik, auf denen ich wesentliche Beiträge liefern konnte, wie Sie in der Liste der Veröffentlichungen von Otto Schärpf sehen können, wo diese nach Sachgebieten geordnet ist. Ich war immer wieder versucht, in Fußnoten auf diese Zusammenhänge hinzuweisen, nämlich dass dies - meiner Ansicht nach - eine wesentlich bessere Wissenschaftstheorie ist, als man sie bei Kuhn (Paradigmenwechsel), Popper, Ludwig Fleck (Denkkollektiv, Denkstil) und anderen findet, denen man anmerkt, dass sie die von ihnen beschriebene Wissenschaft, über die sie eine Theorie machen, nur von außen kennen und darauf angewiesen sind, dass sie in Interviews Richtiges erfahren. Bei denen führt das dann zu eingeschränktem Horizont (Paradigmenwechsel nur bei nicht selbständigen Wissenschaftlern, oder nur theoretischer Teil der Wissenschaft, oder Wissenschaft, die nicht allgemein nachvollziehbar ist [Fleck]). Bei Rahner wird in diesem Zusammenhang sogar eine transzendentale Deduktion der Vollständigkeit der Tafel des impliziten Wissens versucht. Dabei ist diese Wissenschaftstheorie auch auf die dogmatische Theologie anwendbar sogar unter Einbeziehung der richtig verstandenen Dogmanentwicklung, worauf Rahner sie selbst anwendet. Soviel ich weiß, hat Rahner selbst diese Dinge nie so veröffentlicht, nur Ausschitte davon z.B. in der Mariologie.
Eingetragen am: 03.06.2009
Geschrieben von: Otto Schärpf
Karl Rahner, Vorlesung über die Ursunde und den Urstand 1959
Jetzt habe ich zwei weitere Vorlesungsmitschriften bei Karl Rahner aus dem Jahre 1959 zugänglich gemacht. Die Vorlesung über die Ursünnde als Teil einer dogmatischen Anthropologie mit einer 5-stündigen Einführung in den Begriff des Existentials (Ergänzung zur Herleitung im Seminar Natur und Gnade) und die Vorlesung über den Urstand mit einer ausführlichen Erklärung des Begriffs der Konkupiszenz und deren dogmengeschichtlicher und anthropologischer Bedeutung. Diese beiden Vorlesungen bilden eine wesentliche Ergänzung zur Vorlesung über dogmatische Anthropologie und werden in der Vorlesung über dogmatische Anthropologie erwähnt, als gleichzeitig (im gleichen Semester) stattfindende Veranstaltungen. Dort wird auch der Ort angegeben, wo diese in der dogmatischen Anthropologie einzufügen sind. Diese Stellen dort sind mit einem Hyperlink zu diesen Vorlesungsmitschriften verbunden. Sie finden dort auch, wie in der dogmatischen Anthropologie Tafelskizzen zur Erleuterung des Gesagten, die Rahner während der Vorlesung mit Kreide an der Tafel skizziert hat. Die Vorlesung über die Ursünde ist inzwischen vollständig zugänglich.
Eingetragen am: 13.12.2008
Geschrieben von: Otto Schärpf
Karl Rahner, Seminar über das Geheimnis, Innsbruck 1957-1958
Meine Seminarmitschrift bei Karl Rahner von 1957-1958 in Innsbruck finden Sie unter Geheimnis.pdf auf dieser Site. Das Inhaltsverzeichnis ist mit den entsprechenden Kapiteln und Abschnitten verlinkt. Schwierige Sätze sind aufgegliedert, so dass man die zugehörigen Alternativen in dem Satz leichter findet. Eine kurze Einführung und Anleitung, in welcher Reihenfolge man das Seminar lesen sollte finden Sie im Vorwort von Otto Schärpf. Es empfiehlt sich nicht, das Seminar von Anfang an zu lesen, denn am Anfang kommen viele lateinische Zitate aus Verlautbarungen der Kirchenlehre (diese Stellen sind inzwischen zweispaltig, mit deutscher Übersetzung von Otto Schärpf, weil einiges davon bei Hünermann gar nicht mehr vorkommt, und außerdem die Übersetzung bei Hünermann diese rahnersche Interpretation nicht kennt und damit eine andere Interpretation voraussetzt.). Der Text des Kapitels über den Menschen als das Wesen des Geheimnisses enthält die beste Anleitung Rahners zu einer Einübung dessen, was er Transzendenzerfahrung nennt. Das ist ihm in diesem Seminar am besten gelungen, in keiner seiner anderen Veröffentlichungen ist es ihm je wieder so gut gelungen. Dieses Seminar, zusammen mit der Vorlesung über die Bewusstheit der Gnade in der Vorlseung über dogmatische Anthropologie (ebenfalls auf dieser Site zugänglich) und die Herleitung des Existentialbegriffs im Seminar "Natur und Gnade" und der Vorlesung "über die Erbsünde" sind eine der Grundlagen für das ganze Rahnersche Denken.
Eingetragen am: 02.09.2008
Geschrieben von: Otto Schärpf
Karl Rahner, Vorlesung über Dogmatische Anthropologie
Alle Vorlesungen über Dogmatische Anthropologie, die Karl Rahner im Sommersemester 1959 in Innsbruck gehalten hat, (16 Vorlesungen) erweitert um 10 weitere Vorlesungen aus der Gnadenlehre, gehalten 1957 in Innsbruck (über hinreichende und wirksame Gnade und über die Bewusstheit der Gnade) sind jetzt auf dieser Site zugänglich (mit einem Vorwort von Otto Schärpf). Sie können sie finden unter dogmanth1.pdf. Es ist eine Web optimierte pdf-Datei. Die Überschriften sind von mir hinzugefügt. Lange, abstrakte Sätze sind, wie beim Seminar über das Geheimnis, aufgegliedert. Die Vorlesung ist anders als seine Bücher sonst. Sie enthält auch viele Beispiele, um das gesagte klar zu machen und viele Wiederholungen
Eingetragen am: 02.09.2008
Geschrieben von: Otto